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Kleines Know-how-Lexikon

Die schnelle Hilfe für Fachbegriffe aus der „Schwarzen Kunst“.

Ausschießen
Ausschießen ist der Arbeitsschritt bei der Produktion von Druckprodukten wie Büchern und Zeitschriften, bei dem die Einzelseiten auf der Druckform platziert werden. Wichtig ist dabei, dass die Einzelseiten an der richtigen Position und mit der richtigen Orientierung auf der Druckform angeordnet werden, so dass sie im Endprodukt in der richtigen Reihenfolge und der korrekten Ausrichtung erscheinen.
Beim Ausschießen muss berücksichtigt werden, wie der Bogen gedruckt wird. Die geläufigsten Möglichkeiten sind der Schön- und Widerdruck, das Umschlagen, das Wenden (Schön- und Widerdruck in einem Durchgang), das Umstülpen oder die Sammelform.
Beschnittzugabe
In der Weiterverarbeitung: Überrest des Papiers bzw. Bedruckstoffs nach dem Schneiden des selbigen aufs Endformat.
In der Vorlagenerstellung: Rand bzw. Bereich (in mm; je Kante mit im Anschnitt liegenden Elementen), der das Endformat einer Drucksache erweitert. Der Beschnitt wird (hin)zugegeben, daher auch Beschnittzugabe. Der Beschnitt ist verarbeitungstechnisch notwendig und wird hinzugegeben, um technisch bedingte Ungenauigkeiten beim Schneiden eines Druckbogens auf das Endformat auszugleichen. Wenn eine fertige Drucksache bedruckte Flächen enthalten soll, die an die Papier- oder Bedruckstoff-Kante ragen (im Anschnitt liegen), muss die Druckvorlage zuvor größer angelegt werden, so dass sich an jeder Kante ein bedruckter Rand ergibt, der in der Weiterverarbeitung beschnitten werden kann. Als Regel gelten drei Millimeter.
Blitzer
In der Regel unbedruckte feine Linien zwischen Farbflächen, meist durch fehlende Überfüllungen und/oder hohe Passerschwankungen im Druck.
CMYK
Farbsystem, das beim Vierfarbendruck eingesetzt wird: Cyan (blau), Magenta (rot), Yellow (gelb) und Key colour (schwarz).
DPI
(dots per inch) Punkte pro Zoll, gibt die Auflösung eines Bildes an; für den Druck werden zumeist 300 dpi, bei einem Abbildungsmaßstab von 100 %, benötigt. Die benötigte DPI-Zahl ist stark vom Ausgabemedium abhänigig (z. B. 72 dpi für einen Monitor und 2.540 dpi bei der Druckplattenbelichtung). Dabei ist zu beachten, dass eine Verdoppelung der DPI-Zahl eine Vervierfachung der Datenmenge bedeutet.
Drahtheftung
Bindeverfahren, bei dem die Seiten mittels durch den Rücken gestochene Drahtklammern zusammengeheftet werden.
Dummy
Dummys sind Proben, Blindmuster oder Vorschläge für ein Druckerzeugnis; schließt bei Vorlage beim Auftraggeber und Auftragnehmer Unklarheiten aus; empfehlenswert.
Falzen
Das Falten eines Papierbogens zur endgültigen Verarbeitungsreihenfolge für die Weiterverarbeitung des Druckproduktes.
Französische Broschur
Gehört zu den Weichbroschuren (Softcover), hat einen 8-seitigen Umschlag (vier Blatt, gerillt und gefalzt), dessen Innenseiten ausklappbar sind.
Gautschen
Bei der Papierherstellung das Auspressen des Wassers aus dem frisch geschöpften Papier. Übertragen ist es der bis ins 16. Jahrhundert rückverfolgbare Buchdruckerbrauch, die ausgelernten Setzer- und Druckerlehrlinge im Rahmen der Gautschfeier (durch Gautschmeister, Schwammhalter, Packer und Zeugen) mit voller Bekleidung in einen großen Bottich mit Wasser zu werfen und zu taufen.
Gestrichenes Papier
Glatte Qualität mit geschlossener Oberfläche und guten Druckeigenschaften, matt oder glänzend; matt gestrichene Oberflächen sind berührungs- und kratzempfindlich.
HKS
Der HKS-Farbfächer beinhaltet 88 sogenannte Basisfarben und insgesamt 3.520 Volltonfarben für Kunstdruck- und Naturpapiere, deren Sinn die objektive (also von der individuellen Farbwahrnehmung unabhängige) Bewert- und Vergleichbarkeit, die Reproduzierbarkeit und Kommunikation bestimmter Farbnuancen in der grafischen Industrie ist. HKS ist dabei erstens die Abkürzung für die Druck- bzw. Künstler-Farbenhersteller Hostmann-Steinberg Druckfarben, Kast + Ehinger Druckfarben und H. Schmincke & Co. sowie zweitens deren Warenzeichen bzw. Marke. Der Verband dieser Firmen (heute HKS Warenzeichenverband e. V. definiert HKS-Farben seit 1968.
Lackieren
Veredelung. Empfiehlt sich besonders bei hochwertigen Druckprodukten, schützt z. B. vor Fingerabdrücken und Kratzern bei vollen Farbflächen, hebt Bildmotive besonders hervor.
Naturpapier
Ungestrichenes, kräftiges Papier.
Nutzen
Anzahl von Kopien eines Objektes auf einem Druckbogen.
Pantone
Pantone Matching System (PMS) ist der Name eines international verbreiteten Farbsystems, das hauptsächlich in der Grafik- und Druckindustrie eingesetzt wird. Es wurde 1963 von der Pantone LLC, einem amerikanischen Unternehmen mit Sitz in Carlstadt, New Jersey, entwickelt.
2014 enthält das PMS 1.755 Sonderfarben, die größtenteils nicht im Vierfarbdruck erzielt werden können, und ordnet diesen Farben Bezeichnungen in Form von Nummern zu. Wie bei jedem Farbsystem steht dahinter die Absicht, die Kommunikation zwischen den an der Erstellung von Druckprodukten Beteiligten zu vereinfachen, da der Informationsaustausch mithilfe der Pantone-Farbnummern weltweit schnell und unabhängig von der individuellen Farbwahrnehmung erfolgen kann.
Offsetdruck
Offsetdruck ist ein Flachdruckverfahren. Er entstand aus dem Steindruck und ist ein chemisches Druckverfahren.
Die druckenden Stellen auf der Druckplatte sind hydrophob (wasserabstoßend), aber lipophil (fettfreundlich). Die Druckfarbe ist fetthaltig und wird nur von den lipophilen Stellen angenommen. Die nichtdruckenden Stellen nehmen Wasser an und stoßen daher die Farbe ab. Das Druckbild wird erst an einen Gummizylinder abgegeben und von diesem auf das Papier. Man bezeichnet es daher auch als ein indirektes Druckverfahren.
Meist wird das CMYK-Farbmodell (Cyan, Magenta, Yellow, Key-Color) eingesetzt, wobei für jede Farbe eine Druckplatte benötigt wird.
Eine Sonderform des Offsetdrucks stellt die UV-Technologie dar. Bei diesem Verfahren werden Druckmaschinen mit integrierter Lackstation und UV-Trocknung eingesetzt. In diesem Verfahren ist es möglich, in hoher Offsetdruckqualität zusätzlich auch Drucke auf Polyester, PVC und anderen geschlossenen Oberflächen vorzunehmen.
Proof
Mit einem Proof möchte man zu einem möglichst frühen Zeitpunkt innerhalb der Produktionskette simulieren, wie das spätere Druckergebnis aussieht. Der Ausdruck erfolgt meist über einen LFP-Tintenstrahl- oder Laserdrucker.
PDF
Das Portable Document Format (PDF) ist ein Dateiformat, das von der Firma Adobe Systems entwickelt und 1993 mit Acrobat 1 veröffentlicht wurde.
In der Startphase war der Acrobat Reader (jetzt: Adobe Reader) kostenpflichtig. Erst die kostenfreie Weitergabe der Software ermöglichte die Verbreitung im heutigen Ausmaß. PDF-Dokumente lassen sich problemlos auf verschiedenen Softwareplattformen austauschen und haben sich als Austauschformat zwischen Agentur und Druckerei etabliert.
Nuten
Beim Rillen von Papier werden Vertiefungen in das Papier oder den Karton gepresst, damit es sich besser falzen und biegen lässt; verhindert Farb- oder Papierbruch entlang der Falzkante.
Repro
Auch Litho oder Scan genannt, bezeichnet mittlerweile die Digitalisierung von Bildern und anderen Vorlagen sowie deren qualitätsmäßige Verarbeitung.
Überfüllung / Trapping
Contour trapping – auf Deutsch auch Überfüllen – bezeichnet eine Methode bzw. ein Verfahren innerhalb des Reproduktionsprozesses für alle Druckverfahren, das für ein qualitativ hochwertiges Druckerzeugnis notwendig ist.
Wenn in einem Druckverfahren mehrere Farben einzeln und nacheinander übereinander oder aussparend gedruckt werden müssen, dann muss das Papier perfekt in der Druckanlage ausgerichtet sein. Da der Papierbogen sich durch den Druckprozess leicht verändert, wird dieses durch das Trapping ausgeglichen. Andernfalls können an der Grenzlinie zweier Druckfarben weiße Ränder oder Löcher, sogenannte Blitzer, entstehen.
Volumenpapier
Dickes, gut zu greifendes und starkes Papier, macht auch mit wenigen Seiten viel Eindruck, wird häufig im Buchdruck und für Imagebroschüren verwendet.